Der Weg zu mir selbst

Ist mein Leben so wie ich es will? Bin ich die Frau die ich sein will?

Bin ich eigentlich ich Selbst?

Diese Frage habe ich mir oft gestellt. Bin ich als Frau „Ich selbst“, als Mensch „Ich Selbst“?
In meiner Praxis höre ich das auch oft von Frauen: „Ich will wieder ich selbst sein!“.

Was ist denn jetzt falsch an mir?

Viele Frauen sind mit dem wie ihr Leben ist, was sie tun und fühlen unzufrieden.
Es scheint mir, Frauen suchen besonders oft den Fehler für ihre Unzufriedenheit bei sich selbst – auch dann, wenn da eindeutig eine andere Person beteiligt ist. Manchmal höre ich: „Mein Partner beachtet mich nicht mehr, was ist falsch an mir!“ oder „Meine Partnerin hat keine Lust auf Sex, was mache ich falsch.“
Als ob es auf jeden Fall an uns selbst liegt, wenn die andere Person uns nicht gibt was wir brauchen.

Alte Muster wirken

Diese Sichtweise stammt häufig aus unserer frühen Vergangenheit, in der wir drauf angewiesen waren, dass genau diese eine Person uns gibt was wir brauchen. Als Kind hing unser Überleben davon ab. Und so haben wir gelernt uns zu verdrehen und anzupassen. Es war überlebenswichtig!
Eigentlich eine gute Lösung – damals!
Bis heute haben sich oft solche Strategien verselbstständigt.

Wenn ich das weiß kann ich es doch loslassen, oder?

Wir lassen die alte Lösung nicht los, weil wir dann die alte Angst spüren. Unser Nervensystem würde Gefahr signalisieren. Also lieber unerfüllt als tot! Hört sich krass an, aber wenn wir berücksichtigen, dass solche Lösungen aus einer Zeit stammen in der wir total abhängig davon waren von außen zu bekommen was wir brauchen, ist es verständlich.
Die Ursache für unsere heutigen Entbehrungen allein in uns selbst zu suchen ist also eine alte Lösung die unser Überleben sichern sollte. Leider hat sie heute eine Kehrseite. Wir bleiben jetzt in der Überzeugung hängen, wir müssten uns anpassen um zu überleben. Und das hat irgendwann Folgen.

Anpassungszwang macht wütend – auch wenn er selbst entschieden wurde!

Spätestens, wenn wir es satt haben immer „alles selbst schuld“ zu sein, wird ein Teil von uns wütend. Manchmal suchen wir die ausgleichende Gerechtigkeit! Wir beschuldigen dann unseren Partner, versuchen ihn zu verändern, zu manipulieren, zahlen es heim. Wir sind, tief in uns, vielleicht kaum spürbar, wütend über die Ohnmacht. Darüber, dass er/sie uns nicht gibt was wir scheinbar sooo nötig brauchen. Gleichzeitig wollen wir nicht so sein. So manipulativ, wütend, ungerecht. Also verbergen wir solche Impulse hinter Verständnis, Mitgefühl, Zuwendung, Geduld. Oft so gut, dass wir unsere Aggression selbst nicht mehr spüren. Und schon wirkt das Eingemachte im Untergrund.

Heimlich im Opfer-Täter-Spiel

Wir sind im heimlichen Opfer-Täter-Kampf gelandet! Und das ist genau die Krux.
Wir können nicht mehr sehen was durch unsere unbewussten Strategien hausgemacht ist und was das Gegenüber verursacht und allein in seinem Einflussbereich liegt.
Das Eine vom Anderen unterscheiden zu lernen ist der erste Schritt raus aus dem unguten Spiel. Dafür müssen wir anerkennen, dass wir nicht alles steuern können – wir sind nicht alles selbst schuld! Wenn wir das tun, kann es sein, dass wir erst mal wieder ein wenig unserer alten Ohnmacht spüren. Ein klein wenig Unsicherheit. Wir können sie dosieren – in Häppchen die wir bewältigen können. Aber das ist der Preis den wir zahlen müssen um raus aus dem inneren Gefängnis zu kommen. Wir können das schaffen! Denn heute haben wir mehr Kraft und Ressourcen als wir denken!

Mir selbst gelingt es leichter aus diesem Spiel auszusteigen, wenn ich meine alten Strategien erst mal anerkenne und vor mir selbst eingestehe. Auch wenn ich sie noch weiter praktiziere. Unangenehm. Ja. Aber nur so kann ich meine alten Muster bewusst wahrnehmen. Es ist wie, wenn ich mein eigenes Land wiederentdecke. Ganz langsam. Ich sammle meinen Mut, hier und da mal auf eine Strategie zu verzichten.
Was wäre, wenn ich nicht manipuliere? Wenn ich damit lebe etwas nicht zu bekommen? Ich wage damit etwas Neues. Und fühle was dann in mir hochkommt. Jetzt bewusst bleiben. Im Hier und Jetzt droht tatsächlich keine Gefahr. Ich bin eine kraftvolle Frau. Ich kann für mich einstehen. Ich kann fühlen was ich fühle – angenehm oder unangenehm. Ich entwickle Schritt für Schritt mehr bewusste Eigenmacht.

Wenn wir Kontrolle über andere loslassen, kommen wir uns selbst näher.

Wir sind mehr bei uns, mehr die die wir unter unseren Strategien sind. Mehr „wir selbst“!
Jetzt können wir erleben wer wir sind – ganz unmittelbar.

Im nächsten Schritt lernen wir die Bedürfnisse hinter unseren Wünschen zu spüren. Uns für ihre Erfüllung einsetzen, uns selbst Fürsorge entgegenbringen.
Aber wir können auch erleben, dass wir bewusst verzichten können ohne zu leiden.
Zu lernen was uns zufrieden und glücklich macht heißt eben nicht jeden Wunsch erfüllt zu bekommen. Wir können offen bleiben für das was von allein auf uns zukommt. Was geschieht, wenn wir loslassen und uns überraschen lassen? Wenn wir dem Leben nicht mehr im Weg stehen? Wir kommen wieder in Fluß, in Austausch, in Kontakt als die die wir sind.

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